Die Rundstrecken-Challenge Nürburgring, vormals Castrol-Haugg-Cup,
gilt als Deutschlands älteste Tourenwagen-Serie. Sie wird seit den
frühen 1960er-Jahren ausgetragen, vornehmlich auf der Nürburgring
Nordschleife.
Ähnlich wie bei Rallyes wird dabei gegen die
Uhr gefahren, nicht um Positionen gekämpft, was das Risiko von Kollisionen
verringert und die Kosten senkt.
Zudem können Boxenstopps für Wechsel von Fahrer oder Reifen ohne
Zeitdruck vorgenommen werden, wodurch weniger Personal zur Unterstützung
nötig ist.
Organisiert werden die acht Saisonrennen von verschiedenen Motorsportclubs,
die sich zum Rundstrecken-Challenge Nürburgring e. V. (RCN) zusammengeschlossen
haben.
Die meisten Rennen der RCN werden auf der 20,83 km langen
Nürburgring-Nordschleife ausgetragen. Gleichzeitig kann auf der benachbarten
Grand-Prix-Strecke eine andere Veranstaltung stattfinden (sofern dies nicht
gerade Formel 1 ist), so daß die Streckenmiete und somit die Teilnahmekosten
niedriger ist. Dabei steht jedoch nur die kleine Boxengasse an der Tribüne
13 zur Verfügung.
Diese Läufe finden fast immer an einem Samstag-Nachmittag statt, meistens
im Anschluss an die Gleichmäßigkeitsprüfung (GLP) statt,
die vom gleichen
Veranstalter organisiert wird.
Normalerweise wird ein Lauf pro Jahr auf der Grand-Prix-Version des Nürburgrings
gefahren, und falls möglich, einer in Spa-Francorchamps (Belgien) veranstaltet.
Das Saison-Highlight ist der Lauf am Donnerstag (Feiertag in einigen deutschen
Bundesländern) vor dem 24-h-Rennen Nürburgring.
Die Veranstaltung ist vom DMSB als Leistungsprüfung 200 km (LP200)
definiert, was bedeutet, dass nicht alle Fahrzeuge gleichzeitig starten
und um Positionen kämpfen, sondern dass die Fahrzeuge in einem Abstand
von 5 Sekunden einzeln starten und nicht um Positionen gekämpft wird,
sondern gegen die Uhr.
Dies reduziert das Risiko von Unfällen, zudem entfällt das Zeittraining
zur
Bestimmung der Startaufstellung.
Die Gesamtdistanz beträgt 312,45 km (15 Runden à 20,83 km),
ist somit größer als bei einem Formel-1-Grand-Prix.
Die 15 Runden unterteilen sich in zwei Arten von Runden:
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9 Sprintrunden auf Bestzeit |
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3 Runden auf Sollzeit (mit +/- 10 Sekunden Karenz) |
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3 Runden auf Maximalzeit, für Tankpause und Auslauf |
Überschreitet oder unterschreitet ein Teilnehmer die Zeitlimits,
so werden pro Sekunde 10 Strafsekunden berechnet. Ungeschickte oder undisziplinierte
Fahrer können sich so ihre Siegchancen leicht verderben.
Im Lauf der letzten Jahre hat sich der Schwerpunkt verlagert, von der früheren
Gleichmäßigkeitsprüfung (GLP) mit wenigen Sprintrunden auf
die aktuelle
Rennveranstaltung mit wenigen sowie großzügigen Sollzeitvorgaben.
(Eine reine GLP wird meist zuvor vom gleichen Veranstalter durchgeführt,
einige Teams nehmen an beiden Wettbewerben teil).